Das Nordlicht

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Eine der bedeutendsten Attraktionen Finnlands sind die Nordlichter, auch Polarlichter genannt, die jedes Jahr Tausende und Tausende Besucher in Lappland locken.

Obwohl die beste Stelle, die Nordlichter zu sehen, die Region Kilpisjärvi ist, können sie mit etwas Glück auch in Südfinnland entdeckt werden. Nordlichter treten also auch in Helsinki auf, das Problem ist nur die Lichtverschmutzung der Städte, die das Beobachten der Nordlichter verhindert. In Lappland ist Lichtverschmutzung kein Thema, und im Durchschnitt kann man hier 200 von diesen faszinierenden Leuchterscheinungen jedes Jahres bewundern.

Am wahrscheinlichsten sehen Sie Nordlichter während der dunklen Monate im Mittwinter, und auch im September und Oktober sowie Februar und März kommen sie oft vor. In der Region Kilpisjärvi können Nordlichter durchschnittlich an fünf Nächten pro Woche gesehen werden. Nördlich und südlich von Kilpisjärvi ist die Wahrscheinlichkeit ein bisschen kleiner. Zum Beispiel in der Region Sodankylä treten Nordlichter normalerweise jede zweite Nacht auf, und in den Regionen Oulu und Kuusamo kommen sie jede vierte Nacht vor.

Die beste Uhrzeit für Nordlichtbeobachtung ist 21-22.30 Uhr. Während dieser magnetischen Mitternacht sind Störungen im Erdmagnetfeld am häufigsten. Nach Mitternacht ist werden die Erscheinungen weniger, und 4-5 Uhr morgens ist die Probabilität schon unter 50 %.

Was sind eigentlich diese geheimnisvollen Lichter? Finnen nennen sie ‚Revontulet‘, Fuchsfeuer: laut einer uralten Legende entstehen die Nordlichter, wenn ein Fuchs den Fjälls entlangläuft und mit seinem Schwanz eine funkensprühende Furche in den Schnee schlägt. Einer weiteren Legende nach sind die Nordlichter Blut der Toten, die im himmlischen Todesreich spielen oder reiten. Eine alte finnische Erklärung ist, dass Nordlichter Blitz und Donner des Donnergottes Thor sind, die er auf Väinämöinen, den Held des Nationalepos Kalevala, schleudert. Wo auch immer auf der Erde diese zauberhafte Lichter aufgetreten haben, haben sie für zahlreiche Fabeln gesorgt – sowohl in Sibirien und Schottland als auch in Skandinavien und Nordamerika sind Mythen über die Nordlichter beinahe so zahlreich wie Sonnen- und Mondmythen.

Die wissenschaftliche Erklärung für das Nordlicht ist fast genauso faszinierend wie die Mythen. Die Lichter sind eine Folge der Sonneneruptionen, die Sonnenwinde und Sonnensturme ausschleudern. Wenn diese auf die Erdatmosphäre treffen, entstehen Nordlichter. Die elektrisch geladene Teilchen – Elektronen, Protonen und Ionen – regen die Luftmoleküle der Erdatmosphäre zum Leuchten an. Die Farbe der Lichter hängt von den im Prozess vorkommenden Gasen ab. Oxygen sendet grünes und rotes Licht aus; Nitrogen dagegen blaues, violettes und auch rotes. Die Farbe variiert auch je nach Höhe: in einer Höhe von 100 km ist die rote Farbe aus Oxygen am häufigsten, und tiefer in der Atmosphäre treten grün aus Oxygen, blau und rot aus Nitrogen und letztendlich blau und rot aus Nitrogen öfter auf. Grün ist die am häufigsten beobachtete Farbe der Nordlichter, aber auch pink (eine Mischung von hellgrün und rot), rot, gelb (eine Mischung von rot und blau) und blau sind nicht selten.